Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir alles zu viel wird. Auf der einen Seite möchte ich diese verdammte Bloggerwelt und mit ihr das ganze Internet am liebsten zerreißen und erwürgen, wenn ich mal wieder zu viel Zeit damit verschwende. Doch auf der anderen Seite danke ich Gott, dass es diese virtuelle Welt überhaupt gibt. - Auch wenn ich nicht an diesen mysteriösen Typ glaube. Denn sie hilft mir, mit allem klar zu kommen und ohne sie wäre ich jetzt nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich wäre wohl immer noch das kleine dumme Mädchen von damals, das fest davon überzeugt ist, falsch zu sein. Dank euch weiß ich, dass es nicht so ist. Denn ihr habt mir gezeigt, dass es okay ist, alleine zu sein. Ihr gebt mir das Gefühl, etwas wert zu sein, auch wenn ich selbst nicht daran glaube. Ich danke euch von ganzem Herzen, dass ich meine wirren Gedanken und meine kleine Welt mit euch teilen darf.
Doch manchmal nimmt mir das Internet alles, was ich noch habe:
Meine Zeit. Und Zeit ist so wertvoll, dass eigentlich jeder von uns besonders darauf Acht geben sollte. Und dennoch verschwenden wie sie einfach so, als hätten wir genug davon. Ich will nicht mehr mit ansehen, wie jede einzelne Sekunde vor mir weg läuft. Nein, ich möchte
mir ihr weglaufen. Doch ich bin ja selbst Schuld. Weshalb setze ich mich überhaupt erst vor den Laptop und beginne, einen neuen Eintrag zu schreiben? Hm, vielleicht weil ich es brauche, wie die Luft zum Atmen. Und das ist okay. Doch manchmal geht es einfach nicht mehr. Ich schreibe neue Einträge, bearbeite Bilder, beantworte eure Fragen und Nachrichten, die unendlich viel Zeit in Anspruch nehmen, und ich helfe immer, wo ich nur kann. Doch immer mehr Fragen prasseln auf mich ein und ich weiß nicht mehr, wann ich das alles schaffen soll. Ich muss mich auch um mein Leben kümmern, so gerne ich euch auch mit allem helfen möchte. Aber es geht so echt nicht mehr weiter, glaubt mir.
Dieser Druck, der auf einem lastet, nimmt einem die Lust weiterzumachen. Glaubt mir, ich war schon einige Male kurz davor, das Internet komplett aus meinem Leben zu verbannen. Doch zum Glück habe ich das nie wirklich getan, denn ihr würdet mir unheimlich fehlen. Menschen, die mich zum Nachdenken anregen, die sich mit mir austauschen und die Macht haben, mein großes Gedankenchaos in Ordnung zu bringen. & das möchte ich einfach nicht aufgeben, dafür seid ihr und das Bloggen mir viel zu wichtig.
Ich möchte weder das Internet komplett auslöschen, noch genauso weitermachen wie bisher. Es muss sich etwas ändern, sofort. Ich bin am überlegen, ob ich meinen Tutorialblog löschen soll, da es mir einfach zu viel wird, regelmäßig neue Tutorials zu verfassen, die mir unwahrscheinlich viel Zeit kosten. Und ich glaube auch nicht, dass ich weiterhin Designs zum Download anbieten werde, da es scheiße viel Aufwand ist und was ist der Dank dafür? Das Copyright wird entfernt und als eigene Arbeit ausgegeben. Und das ist wirklich nicht das, was ich eigentlich damit erreichen wollte. Ich wollte euch damit eine Freude machen, da ich weiß, dass einige sich nicht mit HTML auskennen und ich ihnen dadurch ermöglichen wollte, dennoch ein schönes Design zu besitzen. Doch das ist nicht der Hauptgrund, weshalb ich damit aufhören möchte: Meine Zeit, wie ihr euch schon denken könnt. Ich meine, was habe ich denn davon, mehrere Tage von morgens bis abends vor'm Bildschirm zu sitzen, sämtliche Codes zu durchwühlen, Rückenschmerzen zu bekommen und die Nacht durchzumachen, nur damit ihr euren Blog ein wenig aufhübschen könnt? Ich verschwende meine Zeit. Und das will ich nicht mehr. Wisst ihr, was ich in diesen vielen Stunden alles hätte machen können? Bücher lesen, Texte schreiben, über die wirklich wichtigen Dinge im Leben nachdenken, die Natur bewundern, fotografieren, mein Leben aufräumen, Dokumentationen ansehen und neues erfahren. Ich könnte jetzt so viel schlauer sein, wenn ich meine Zeit doch nur in sinnvollere Dinge investiert hätte. Aber das habe ich nicht. Und das bereue ich zu tiefst. Doch noch ist nichts verloren, denn ich werde jetzt anfangen, meine Zeit sinnvoll einzuteilen. Es gibt so viele Dinge, die ich noch lernen möchte. Doch wenn ich meine Wochenenden damit verbringe, bis nur für euch zu "
arbeiten", gelingt mir das nicht. Das Leben ist verdammt kurz, und da ich gezwungen bin, dieses Leben irgendwie anzunehmen, muss ich selbst entscheiden, wie ich es gestalten und leben möchte.
Entschuldigt mich bitte, falls euch meine Gedanken ein klein wenig verdreht und durcheinander vorkommen, aber genauso sieht es in meinem Kopf aus. Ich bin wütend. Wütend auf die Welt und mich selbst, weil ich es in den letzten Jahren nicht hinbekommen habe, mein Leben zu genießen. Ich verschwende meine verdammte Zeit. Ich will das nicht mehr. Ihr fragt euch sicher, weshalb ich denn nicht einfach anfange, etwas zu ändern. Ganz einfach:
Aus Angst, es nicht zu schaffen. Ich habe schon so oft versucht, mein Leben zu ordnen, mir eine feste Tagesstruktur zuzulegen und ein bisschen mehr auf mich selbst achten. Doch immer wieder bin ich gescheitert. Ja, mein Tagebuch wimmelt nur so von Einträgen über meine unendlich vielen "Neuanfänge", die bisher alle im Meer versunken sind. Doch dieser Neuanfang ist
echt. Ich werde es durchziehen. Ganz bestimmt. Denn ich glaube an mich.
Dieser Blog wird weiterhin so bestehen, wie ihr ihn kennt. Mit Fotografien, Musik und seltsamen Gedanken, die ich versuche, in Worte zu fassen. Ich blogge aus Leidenschaft und nicht weil, ich viele Leser habe, die unterhalten werden möchten. Ich danke wirklich jedem einzelnen von euch, der meinen Blog liest, aber das hier ist
mein Blog. Ich blogge für mich, um meinem Leben einen Sinn zu geben, um nachzudenken und mich entfalten zu können. Doch
ich entscheide, wann und wie oft ich blogge, klar? Ich möchte nie wieder die Frage lesen müssen, wann denn wieder ein Eintrag kommt von mir. Ich blogge nur dann, wenn
ich es möchte.
Das ist auch der Grund, weshalb man in den letzten Tagen auf formspring und auf Twitter nicht so viel von mir lesen konnte. Ich habe mich an mein Schreibtisch gesetzt, ohne Laptop, und habe ein bisschen gelernt. Und das war gut, ehrlich. Diese Welt ist so unglaublich interessant, dass ich gar nicht weiß, was ich als erstes lernen möchte. Ich habe tausend Fachbücher in meinem Regal stehen, von denen ich erst weniger als die Hälfte gelesen habe. Doch das wird nun sich ändern. Auf geht's in die Schlacht, Freunde!
P.S. Die kleine Kritik an euch, die in diesem Text zu finden ist, geht natürlich nicht an jeden von euch. Aber diejenigen, die ich damit meine, werden sich hoffentlich angesprochen fühlen, auch wenn ich das keineswegs "böse" meine. Jeder macht Fehler und denkt nicht darüber nach. Und dennoch: Ich habe die besten Leser der Welt.
♥ So, aber Schluss jetzt mit diesem wirren Gedankenchaos.