Das Leben ist beschissen. Und dann stirbt man.

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Ich hätte dich damals wirklich gebraucht, weißt du. Und du hättest mich mindestens genauso sehr gebraucht, ich weiß. Doch wir haben einfach nicht verstanden, was der andere uns mit seinem stillen Schweigen erzählen möchte. Damals wussten wir noch nicht, wie mächtig das Schweigen eines Menschen sein kann und, dass es manchmal mehr ausdrücken kann, als alle Sprachen dieser Erde. Wir wussten einfach noch nicht, wie diese seltsame Welt hier funktioniert, in der wir gezwungen waren zu leben. Deshalb erschufen wir uns unsere eigene. Ohne all' diese vielen Menschen, ohne Leid, und ohne Probleme. Wir hielten zusammen, wir beide gegen den Rest der Welt. Hm, wie schön wir es doch hatten. Und dennoch liefen wir blind aneinander vorbei und merkten nicht einmal, wie unsere kleine Welt allmählich in tausend Teile zersprang und wir uns immer weiter voneinander entfernt haben, bis irgendwann nur noch leere Blicke unsere leblosen Herzen streiften. So lebten wir eine Weile nebeneinander her, ohne zu bemerken, dass wir uns bereits schon längst verloren haben. Dunkle Gewitterwolken zogen auf einmal auf, Regen prasselte auf uns herab und wischte unsere glitzernden Tränen weg. Hand in Hand gingen wir ein letztes Mal durch die dunklen Straßen, erinnerten uns ein letztes Mal an unsere gemeinsame Vergangenheit, umarmten uns ein letztes Mal und plötzlich warst du nicht mehr da. Du hast dich einfach so in Luft aufgelöst, ohne dich vorher noch ein letztes Mal von mir zu verabschieden. Ich sah mich nach allen Seiten um, rief deinen Namen, doch meine Schreie erreichten dich nicht mehr. Verzweifelt rannte ich in alle Richtungen, immer wieder deinen Namen schreiend, doch ich konnte dich nicht mehr finden. Da stand ich nun, mitten im Regen, umgeben von eisiger Finsternis, zitternd, einsam und verlassen. Du hast mich einfach so alleine gelassen. Doch auch ich konnte dich nicht festhalten, egal, wie kräftig ich auch an deinen starren Händen zog. Wir haben uns verloren. Einfach so. Langsam und unaufhaltsam. Das war unser Untergang.

Vielleicht wäre auch alles ganz anders gekommen, wenn wir nicht so dumm und naiv gewesen wären. Doch diese Erkenntnis nützt uns heute auch nichts mehr. Denn wir hätten es damals wissen müssen. Wir hätten von Anfang an wissen müssen, was mit uns geschehen wird. Dann hätten wir dagegen ankämpfen können, gegen diese dunkle Macht, die unsere Seelen verdunkelte und unsere Herzen auseinander riss. Doch als uns bewusst wurde, dass wir uns gegenseitig getötet haben, war es bereits zu spät.

10 Kommentare:

  1. So berührend und herzzerreißend ♥

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  2. Magst du mir verraten welche Schrift du auf den Bildern unter "Lesenswert" verwendest? ich finde die so schön!

    liebe grüße, sophie

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  3. Wundervoller Text. Traurig aber wundervoll und sehr toll geschrieben.

    Alles Liebe,
    Lyn

    http://www.daysfullofrain.blogspot.de/

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  4. hallo :)
    ich hab eine frage, und zwar hattest du mal ein tutorial zu 'wechselseiten' gemacht, also dass man mehrere seiten hat und wenn man auf eine klickt ändert sich nur der bereich darunter und nicht gleich der ganze blog, wenn du weiß was ich meine :> wärst du so lieb und würdest mir das irgendwo schreiben oder erklären? :>
    meine email: mairiechen@web.de
    du kannst aber auch auf meinem blog antworten
    ich würde mich echt riesig freuen :)
    liebe grüße <3

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  5. Liebste Paulina,
    ich muss ehrlich sein, dass ich sehr überrascht war, dass du meinen Post (oder vielmehr ganzen Blog) kommentiert hast. Ich meine, ich dachte immer, mit so vielen Lesern wie du hast, die so viele Kommentare schreiben, würdest du nie die Zeit haben, einen so kleinen Blog wie meinen mit so vielen Komplimenten zu überschütten.
    Ich weiß wirklich nicht, was ich dazu sagen soll. Faszinierend, bin ich das? Ich meine, ich gebe mein Bestes, ein guter Mensch zu sein, mein Leben zu nutzen und das alles. Und ich schreibe gerne. Ich bin ein komplizierter, sehr spezieller Mensch, mit dem man klarkommen kann- aber auf keinen Fall muss. Was meine Intelligenz angeht, weiß ich nicht. Ich meine, und ich weiß, das klingt arrogant, dass ich nicht dumm bin. Ich bin mir bewusst, dass ich begabter als die meisten in meiner Klasse bin, aber wie groß das Talent wirklich ist, kann ich nicht einmal mutmaßen. Ich kann es nur austesten, an meine Grenzen gehen.
    Eigentlich bin ich mir nicht mal sicher, ob man jemanden für Intelligenz bewundern sollte. Ich meine, dass ist angeboren. Ich bewundere auch niemanden für sein Aussehen. Ich bewundere Leute für ihr Wissen oder ihren Stil, aber nicht unbedingt ihr Potenzial.
    Ich hoffe, du verstehst was ich meine, meine Gedanken sind oft so wirr. Ich danke dir auf jeden Fall tausend mal für deine Komplimente, du kannst dir kaum vorstellen, wie viel mir das bedeutet.
    Ich wünsche dir das Beste, Lina♥

    PS.: Mit welcher Kamera fotografierst du eigentlich? (Tut mir Leid, ich weiß, das passt hier nicht so ganz rein. Aber es hat mich schon lange mal interessiert.)

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  6. Wow. so unglaublich gut. du bist so hübsch, und deine Texte sind einfach nur berührend und zeigen, dass du schon sehr viel erlebt hast -gutes und schlechtes- und dass du geprägt vom Leben bist.
    ich bin so beeindruckt von dir, deine Texte sagen so viel aus und wirken so lebendig!
    das musste mal gesagt werden, denn auf jemanden wie dich und deinen Blog stößt man nicht alle Tage.
    Liebe Grüße <3
    http://little-big-love.blogspot.de/

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  7. nice article,,,thanks for share!
    keep posting and happy blogging!!

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