Heute ist die Jugendzeit für manche die schlimmste Zeit ihres ganzen Lebens. Nicht für alle, aber für sehr viele. Zu viele. Sagt uns also niemals wieder, wir hätten hier das schönste Leben überhaupt, wenn ihr keine Ahnung davon habt, was manche von uns tagtäglich ertragen müssen. Denn wir sind die Generation, die heute unter einem so krassen Druck steht, dass manche von uns unter dieser Last zu ersticken drohen. Wir sind die Generation, in der Mobbing so weit verbreitet ist wie noch nie zuvor, dank zahlreicher Medien und Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. Wir sind die Generation, von der immer mehr erwartet wird. Leistung, Leistung, Leistung. Von einer freien, unbeschwerten Persönlichkeitsentwicklung fehlt jede Spur. Inzwischen leben wir also in einer Welt, in der Kinder nicht mehr Kinder sein können und manche von ihnen irgendwann daran zerbrechen. Das nennt ihr ein "schönes Leben"?! Mensch, macht doch mal die Augen auf!
Materiell gesehen geht es uns gut, keine Frage. Sehr gut sogar. Wir haben alles, was man zum Leben braucht. Wir dürfen zur Schule gehen, haben genug zu essen und zu trinken und ein Dach über dem Kopf, sodass wir eigentlich keinen Grund haben, uns zu beschweren. Und dennoch tun wir es. Denn die Realität sieht leider anders aus. Wir leben heute in einer Welt, in der die Zahl der psychisch kranken Jugendlichen von Jahr zu Jahr immer größer wird. Eine Welt, in der Suizid die zweit häufigste Todesursache bei Jugendlichen ist. So gut kann es uns also gar nicht gehen, wie ihr immer behauptet. Oder glaubt ihr etwa, wir machen das aus Spaß? Weil wir so viel Langeweile haben? Ach, ihr habt doch keine Ahnung. Von nichts. Ich will damit nicht sagen, dass ihr keine Probleme habt, bitte nicht falsch verstehen. Ihr habt sicher genauso mit psychischen Krankheiten und negativen Erfahrungen zu kämpfen, wie wir. Aber das heißt noch lange nicht, dass unsere Probleme weniger schlimm sind. Wir wollen genauso ernst genommen werden wie ihr. Also wagt es niemals wieder, uns zu belächeln, wenn wir mal wieder mit Tränen in den Augen zugeben, dass es uns nicht gut geht. Probleme haben nichts mit dem Alter zu tun.
Natürlich haben auch viele von uns das Glück, dass sie nur mit den normalen pubertären Problemen klar kommen müssen und nebenbei ihre Jugendzeit genießen können. Aber dann gibt es auch einige, die mehr als das ertragen müssen. Die sich jeden Tag fragen, warum sie überhaupt noch weiter atmen, wenn doch sowieso alles egal ist. Die sich jeden Abend ins Bett legen, in der Hoffnung, am nächsten Tag nicht mehr aufzuwachen, weil das Leben für sie eine einzige Qual ist. Also nehmt uns doch verdammt nochmal ernst, mehr verlangen wir garnicht.

"Inzwischen leben also wir in einer Welt, in der Kinder nicht mehr Kinder sein können und manche von ihnen irgendwann daran zerbrechen."
AntwortenLöschenUnglaublich.
früher war man durch krieg und armut einfach anders, wandte gewalt zum beispiel direkter an, hatte materiell kaum etwas, wie gesagt, die fehlende bildung usw. die erwachsenen hatten ja auch nicht zeit für die kinder und so haben die halt gemacht was sie wollten, sind halt fischen gegangen oder so, vielleicht war man halt glücklich, und heute liegt der maßstab höher oder so. fix gabs damals auch selbsthass oder so.. aber man war halt auf überleben fixiert, hat die schönen momente mehr genossen, weil es weniger chancen dazu gab, denk ich. ich hasse es, nicht ernstgenommen zu werden, aber auch wir haben nicht das recht, zu behaupten, für uns wäre die jugend schlimmer als früher. fast undankbar wär das, könnte man meinen. ein paar meiner vorfahren haben auch suizid begangen, bestimmt auch ihre gründe gehabt. in armen ländern könnten sich die menschen auch reihenweise umbringen, weils ihnen einfach scheiße geht und sie nichts haben, aber das leben ist dort vielleicht einfach wertvoller für die menschen, auch wenn ich nicht das recht hab, das so hinzustellen...
AntwortenLöschenOh Paulina, ich liebe es deine Texte durchzulesen! Du sprichst einem echt aus der Seele & sagst dass, was sich viele nur denken.. find ich so gut von dir :)
AntwortenLöschen♥ an dich!
I'm fine too :)
AntwortenLöschenDu hast schon Recht, aber es gibt auch sehr, sehr viele Jugendliche, die immer rumjammern, obwohl sie es wirklich gut haben. Sie sind gesund, haben eine komplette Familie und leben im Mittelstand. Viele bilden sich mittlerweile auch ein, dass es ihnen schlecht geht, weil sie nur auf das Schlechte achten, obwohl sie von so viel Gutem umgeben sind.
AntwortenLöschenIch denke eher, dass wir verlernt haben, all die kleinen Dinge zu wertschätzen und glücklich zu sein. Daran sind natürlich nicht wir Schuld, aber wir sind auch nicht unbedingt unschuldig.
Natürlich läuft in unserer Gesellschaft etwas ganz gewaltig falsch, aber das belastet viele.
Und an sich ist es ja so, dass wir uns noch verstecken können, wenn es uns schlecht geht. Wenn man einen Job hat und die Einnahmen zum Überleben braucht, dann muss man weitermachen, egal wie schlecht es Einem geht.
Allerdings hat zu mir auch noch niemand so etwas gesagt, wie du ansprichst.
Richtig interessanter Text! :)
AntwortenLöschenIn den meisten Punkten kann ich mich dir voll und ganz anschließen.
Was meiner Meinung noch ein großes Problem ist, dass man unter 18 nichts alleine regeln kann und so mit weder ausziehen, noch eine Ausbildung beginnen kann. So hat man zum Teil nichtmal die Möglichkeit Probleme zu lösen! Liebe Grüße
http://blog-feelalive.blogspot.de
Ich kann dir da nur zustimmen!
AntwortenLöschenAber dann gibt es noch solche Jugendliche, die "vorgeben", dass es ihnen so schlecht geht, weil es mittlerweile schon irgendwie "cool" geworden ist, dass man alles negativ sieht. Da denke ich an diesen schwarz-weißen Tumblr Blogs, voll mit selbstzweifelnden und nach den Tod rufenden Bildern und Texten. In dem Punkt kann ich Leas Kommentar auch zustimmmen. Aber wie immer, echt beeindruckender Text!
♥, Hoang Quynh.
Ohh..du hast es mal wieder sowas von auf den Punkt gebracht meine Liebe.Danke dafür,dass du mir immer wieder aus der Seele sprichst<3
AntwortenLöschenDu sprichst hier etwas wichtiges an worüber ich schon seit einer ganzen Weile nachdenke.
AntwortenLöschenIch denke ein großer Teil der Probleme die Jugendliche heutzutage haben ist wirklich die Tatsache, dass sie von Erwachsenen nicht ernst genommen und oft nicht als vollwertige Menschen betrachtet werden.
Ich hab mal irgendwo die Theorie gelesen dass es genau dieser Mangel an Vertrauen ist, der Jugendliche heutzutage so fertig macht, und der die bisher unglücklichsten Generationen von Teenagern hervorgebracht hat. Vor ein, zwei Jahrhunderten ging man mit 12 schon in die Lehre, während es heutzutage vielerorts gar nichts besonderes ist, wenn ein 18jähriger noch nie einen Nebenjob gehabt hat. Es ist absolut möglich 18 Jahre lang gelangweilt vor sich hin zu dümpeln, weil einen bis dahin sowieso keiner ernst nimmt (sich panisch abschuften weil man sich ja später für den Superjob zu qualifizieren hat muss man aber trotzdem). Da ist es eigentlich kein Wunder, wenn so vielen Jugendlichen der Ausgleich und der Sinn fehlen.
Das Schlimmste ist ja dass dieses Elend mittlerweile zumindest in unserer Gesellschaft zur Norm geworden ist. Heute wird ja regelrecht erwartet dass die Jugendjahre die Jahre der Stimmungsschwankungen und der Hormone und der Verwirrung sind (was dann noch mal dazu führt dass keiner einen ernst nimmt, man ist ja nur ein hormongeplagter Teenie), und manche stürzen sich da teilweise (wie schon jemand kommentiert hat) total rein. Anderen geht es wirklich extrem beschissen.
Unsere Gesellschaft ist eh im Kopf ein bisschen kaputt, die Zahl der psychischen Probleme steigt ja nicht nur unter Jugendlichen. Jeder ist nur noch mit sich selbst beschäftigt und jeder leidet still und leise vor sich hin, und jeder ist aus eigener Sicht natürlich am schlimmsten dran. Aber wie du sagst: Probleme haben nichts mit dem Alter zu tun.
das trifft es wie immer auf den Punkt!
AntwortenLöschenAllerdings denke ich das viele Jugendliche, einfach zu gut darin geworden sind, ihr Gefühle zu verstecken. Sicher gibt es Erwachsene die Probleme sehen, aber ihr Augen vor ihnen verschließen. Dennoch liegt es auch an uns, das die meisten Erwachsenen denken, das alles in Ordnung ist. Wir reden einfach weniger über unsere Probleme, sowohl mit den Erwachsenen, als auch mit den Freunden. Es ist einfach schwerer geworden, so akzeptiert zu werden, wie man ist.
Ich fands es so traurig zu lesen dass Suizid jetzt die zweit häufigste Todesursache ist, ich hab das vor ein paar Jahren mal nachgelesen und du war es noch die dritte.
AntwortenLöschen